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NOVALIS - HEINRICH VON OFTERDINGEN

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NOVALIS

Friedrich von Hardenberg, der sich als Dichter Novalis nannte, wurde 1772 in

Oberwiederstedt in Thüringen als Sohn einer verarmten pietitischen Adelsfamilie geboren.

Er studierte zuerst Philosophie in Jena 919d39j , wo er mit Fichte, Schiller und Schlegel verkehrte, dann Jura in Leipzig.

HEINRICH VON OFTERDINGEN

    KURZE ZUSAMMENFASSUNG



Am Anfang des Romans steht der Traum Heinrichs, als Reaktion auf die phantastische Erzählung eines Fremden. Heinrich wird das Mädchensbild, das in der blauen Blume erblickte, künfitg suchen.

Mit 20 Jahren macht Heinrich mit seiner mutter eine Reise zum Großvater nach Ausburg.

Auf der Reise hört er die Reisegefährten über viele Dingen sprechen. Durch das Erzählte wird er in verschiedenen Welten eingeführt: in die der mytischen Vorzeit, des Orients und des Krieges, der Geschichte, der Poesie und der Liebe.

In dem Zaubersänger Klingsohr findet Heinrich seinen Lehrer, der ihm das Wesen der Poesie vermittelt, und in dessen Tochter Mathilde, die er mit dem Mädchensbild im Traum identifiziert, die Liebe.

Der erste Teil schließt mit Klingsors Märchenerzählung über das Goldene Zeitalter.

Im zweiten teil verläßt Heinrich nach Mathildes Tod Ausburg und er begegnet auf einer Pilgerschaft einem Einsiedler, der ihm aufs Neue die Wiederkehr des Goldenen Zeitalters verkündigt.

    EIN ROMANTISCHER BILDUNGSROMAN

Heinrich von Ofterdingen ist ein Bildungsroman: er schildert die Wege eines Menschen zu sich selbst unter dem Einfluß und der Lehre der externen Ereignisse.

Er ist aber ein romantischer Bildungsroman, denn auf Heinrichs Entwicklung wirken mit gleicher Kraft die Phantasie, neben der Wirklichkeit, der Traum, die Vorahnung.

    DER ANTI-MEISTER

Mit seinem unvollendeten Roman Heinrich von Ofterdingen wollte Novalis ein Gegenstück zu Goethes Wilhelm Meister schaffen. Er konnte als Romantiker die Abkehr Whilelms von der Welt der Kunst in die der bürgerlichen Tätigkeit nicht akzeptieren. Der Weg, den sein Held geht ist umgekehrt und führt nicht zur Tat, sondern zur Poesie, die durch die "Blaue Blume" symbolisiert wird.

Das Ziel, das sich Novalis für seinen Helden setzt, ist der Sieg der Poesie über die bürgerliche Welt. Dieser Sieg ist aber bei Novalis nur im Traum und im Wahnsinn möglich, also in Bereichen, in denen die Rückkehr zu dem goldenen Zeitalter durch die Phantasie erfolgen kann, weil hier die Menschen die Sprache der Tiere, Bäume und Felsen noch verstehen können.

    DER TRAUM

Durch Heinrichs Traum zu Beginn des ersten Kapitels wird sich eine entscheidende

Wende in seinem Leben vollziehen: er wird sein Elternhaus verlassen und zu

einer Reise aufbrechen, an deren Ende seine Dichterwerdung steht.

In der Zeit vor seinem Traum wird Heinrich von den Erzählungen eines Fremden

über alte Zeiten beeindruckt und zum Nachdenken angeregt. Diese "alten Zeiten",




in denen "Tiere und Bäume und Felsen mit den Menschen gesprochen" haben,

bezeichnen das Goldene Zeitalter.

Das zentrale Motiv der Erzählungen, von denen Heinrich "so ergriffen" ist,

ist eine blaue Blume, nach der er eine starke Sehnsucht entwickelt:

«[...] die blaue Blume sehn ich mich zu erblicken. Sie liegt mir unaufhörlich

im Sinn, und ich kann nichts anders dichten und denken.»

Heinrichs Traum teilt sich in drei Momenten:

1.       Die erste Traumstufe berichtet von Heinrichs Wanderung durch "unabsehliche[ ] Fernen" und "wilde[ ], unbekannte[ ] Gegenden".

2.       In der zweiten Traumphase, die gegen Morgen einsetzt, träumt Heinrich

von einer Wanderung in einem dunkeln Walde.

Bevor Heinrich ans Ziel seines Ganges durch das phantastische Land kommt, badet er in einem Bach. Wir können sagen, daß dieses Bad ein reinigigendes Bad ist.

Nach dem Bad verfällt Heinrich im Traum in einen Schlaf, aus

dem er an einem anderen Ort erwacht.

Dieser Ortswechsel ist ein deutliches Zeichen

Für den Beginn eines neuen Abschnitts seines Traumes.

3.         In der dritten Traumstufe sah Heinrich endlich die blaue Blume.

In dem Traum von der blauen Blume, in der er das Bild seiner künfigen Geliebte sieht, ahnt er sein Ziel voraus, nämlich seine Berufung zur Poesie und Liebe, die eins sind.

Diese Einheit von Poesie und Leben wird das Objekt Heinrichs Sehnsucht.







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